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Flexible Büroflächen: «Trend durch die Corona-Krise beschleunigt»

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Flexible Office-Lösungen sind derzeit sehr gefragt. Prominente Beispiele in Zürich und Köln zeigen, was auf dem Büroimmobilienmarkt momentan geschieht: Begehrt sind bestens ausgestattete Büroflächen mit kurzer bzw. flexibler Mietvertragslaufzeit.

Wie bringt man am besten das Unternehmenswachstum in Zeiten der verstärkten Nutzung von Home Offices unter einen Hut? – Die Immobilienplattform Newhome ist ein stark wachsendes Schweizer Tech-Unternehmen. Das Team ist mittlerweile auf 20 Personen gewachsen und soll mittelfristig auf rund 30 aufgestockt werden. Der bisherige Standort an der Stauffacherstrasse im Zürcher Kreis 4 wurde zu klein. Gleichzeitig befinden sich jedoch immer mehr Mitarbeitende im Home Office. «Diese Situation gestaltete die Entscheidung für einen neuen Standort besonders schwierig», erzählt Johannes Fräulin (im Bild oben rechts). Er ist Leiter Tenant Representation bei der H&B Real Estate AG in Zürich, die von Newhome mit der Standortsuche beauftragt worden war.

Die Lösung: Das Schweizer Start-up Headsquarter, das jüngst seinen zweiten Flex-Office-Center-Standort an der Talstrasse 41 in Zürich eröffnet hat. Dort wird Newhome über 18 Arbeitsplätze in privaten Büros verfügen. Zusätzlich wird es dort acht flexible Arbeitsplätze haben, die je nach Bedarf im Center belegt werden können. «Das entspricht einer festen Arbeitsplatzbelegung von 70 Prozent, wobei es gleichzeitig auch möglich ist, an gewissen Tagen 100 Prozent der Belegschaft unterzubringen», sagt Fräulin.

Zürich: Flexible Büroflächen rechnen sich

«Die Situation, dass wir viele neue Leute einstellen und gleichzeitig die meisten KollegInnen im Home Office sind, war eine schwierige Ausgangslage für die Standortentscheidung», erläutert Daniel Bruckhoff (im Bild oben in der Mitte), Business Development Manager bei Newhome, der im Herbst 2019 von Schweizer Immobilienfirmen und 18 Schweizer Kantonalbanken neu positionierten Immobilienplattform. «Bei Headsquarter hat sich der gordische Knoten plötzlich gelöst. Auch finanziell war es ein guter Entscheid wie unsere Vollkostenanalyse gezeigt hat», so Bruckhoff.

Anil Varghese (im Bild oben links), CEO bei der Workspace Management AG, dem Betreiber der Zürcher Headsquarter-Standorte an der Talstrasse und nahe dem Stauffacherplatz erklärt dies folgendermassen: «Wir schaffen die perfekte Umgebung in einem Rundum-sorglos-Paket. In unserem All-inclusive-Preis sind alle Office-Dienstleistungen wie Front Desk, Snacks, Getränke, Drucker, Internet, Sportraum und Meetingräume abgedeckt.» Ziel sei es, so Varghese, «eine aussergewöhnliche und komfortable Arbeitswelt zu schaffen, welche durch Ästhetik und Design abgerundet wird».

Für den Büromarkt-Experten Fräulin ist klar: «Der Trend zu Flex-Offices wurde durch die Corona-Krise beschleunigt. In Zukunft werden Firmen auch grössere Flächen durch flexible Büroflächen ersetzen.»

Köln: Flexibilität zur Pandemie-Bekämpfung

Dass auch kommunale Ämter von den neuen Möglichkeiten profitieren, zeigt ein aktuelles Beispiel aus der deutschen Grosstadt Köln: Dort will die Kommune für rund 400 Mitarbeitende Coworking-Flächen im Gebäude Dominium an der Tunisstraße mieten. Nutzer der flexiblen Büroflächen werden die Bediensteten von Stadtverwaltung, Feuerwehr und Bundeswehr sein. Diese sollen dort im Rahmen der Eindämmung der Corona-Pandemie Aufgaben übernehmen.

Design Offices, Anbieter für Corporate Coworking, betreibt in dem Gebäudekomplex in der Kölner Innenstadt einen insgesamt knapp 10.000 Quadratmeter grossen Coworking Space. Wie es bei der Stadtverwaltung heisst, sind für den Vertragsabschluss vor allem die kurzfristige Verfügbarkeit und voll ausgestattete Büroflächen sowie eine kurze Mietvertragsdauer von bis zu 18 Monaten ausschlaggebend. So seien etwa auch mehrere kleinere Verträge mit jeweils unterschiedlichen Laufzeiten in der Diskussion. Bis zum Ende des laufenden ersten Quartals 2021 soll konkret feststehen, wie viele Büroflächenquadratmeter tatsächlich von der Verwaltung der Rheinmetropole benötigt werden.

Der Design Offices-Standort im Kölner Dominium-Komplex wurde 2018 eröffnet und ist aktuell einer von drei in der Domstadt. Noch dieses Jahr kommt ein weiteres Gebäude an der Schanzenstraße am ehemaligen Güterbahnhof in Köln-Mülheim dazu. Dieses wird dann mehr als 13.000 Quadratmeter flexible Büroflächen umfassen. «Design Offices ist aktuell in Deutschland mit rund 40 Standorten in 15 Städten und ca. 173.000 Quadratmeter Gesamtfläche vertreten», sagt CEO Dr. Joachim Gripp. Das Angebot umfasse flexible Büroflächen und Coworking-Bereiche, Räume für Tagungen und Events sowie verschiedenste Servicedienstleistungen. «Dank einer nahezu uneingeschränkten Skalierbarkeit lassen sich die gewünschten Arbeitsräume auf jedes Projekt präzise zuschneiden – von der Teamgrösse, dem Projektzeitraum, der optimalen Ausstattung bis zu den besonderen Anforderungen der jeweiligen Aufgabe.»

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