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DENKANSTOSS: Sind wir bereit für den beschleunigten Wandel?

DOMBLICK-Beitrag Meinung Barbara_Leonard_Denkanstoss_Sind wir bereit für den beschleunigten Wandel - VÖD 20200803

Von Barbara Leonard*

Es gab eine Zeit, in der für ein Bedürfnis Produkte und Erlebnisse geschaffen wurden. «Notwendigkeit ist die Mutter der Erfindung», heisst es bei Plato. Dies hat den Markt im Laufe der Jahrhunderte angetrieben – und dies gilt auch heute noch. Produkte wurden wegen ihrer Schönheit, Handwerkskunst und Einzigartigkeit gewünscht. Dies ist die Definition von Luxus. Und es gab immer das Bedürfnis und den Wunsch nach Engagement, Interaktion und Unterhaltung. So definieren wir Erfahrungen. Schließlich schafft das Geschichtenerzählen Verständnis und verleiht unserem Leben einen Sinn. Weil es emotional tiefer geht, hat es einen längeren Wert.

Technologie verändert das menschliche Dasein

Unsere Kultur, Gesellschaft und DNA haben sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt, unser Geschmack hat sich geändert und spiegelt unsere Entwicklung wider. Vor über 100 Jahren hat die Gesellschaft Veränderungen durchgemacht, die das menschliche Nervensystem schockierten. Technologie- und Industrieerfindungen überholten die westliche Kultur und die Menschen hatten Angst vor ihren Folgen. In den vergangenen 30 Jahren haben wir mit der Technologie enorme Veränderungen erlebt, die unser Denken, Kommunizieren und unsere globale Vernetzung beeinflusst haben, mehr als wir es uns jemals vorgestellt haben.

20 Jahre nach der Jahrtausendwende sind wir uns heute mehr denn je bewusst, dass wir uns auf die nächsten großen Veränderungen vorbereiten müssen. Im kommerziellen Umfeld werden digitale Marktplätze und Plattformen immer wichtiger. Doch Technologie und Digitalisierung sind nicht nur ein Werkzeug, sondern auch Einflussfaktoren. Wir sind besser ausgebildet als je zuvor – informieren uns, treffen Entscheidungen und kaufen online. Auch die Stadtplanung hat sich durch die integrierte Technologien und Nachhaltigkeitsanforderungen verändert und wird bald so intelligent sein und sich auf die ständig ändernden Bedürfnisse einer Gemeinschaft einstellen und diese unterstützen.

«Die Globalisierung ist Realität»

Dies ist jedoch nur der Anfang. Und es gibt ein viel größeres Bild, auf das wir achten müssen. Krisen sind Weckrufe für uns. Oft wirken sie als Katalysatoren für Veränderungen. Sie müssen angegangen und umgesetzt werden, um unsere Entwicklung voranzutreiben. Es könnte eine Finanzkrise, eine Wirtschaftskrise oder, wie wir jetzt gerade erleben, die COVID-19-Pandemie sein. Wir wachen auf und werden uns der sozialen und kulturellen Bedürfnisse bewusster, was sich ändern muss und wie wir miteinander verbunden sind. Diese Themen gibt es schon lange und wir haben schon viel darüber gesprochen. Jetzt sind sie aber viel präsenter und dringender.

Was sind diese Themen? Wir haben sie bereits angesprochen und sie haben bereits in unserem Leben Gestalt angenommen: Nachhaltigkeit, Vielfalt, die globale Gemeinschaft, Urbanisierung und Unternehmensintegrität.

Wir haben durch die Covid19-Pandemie stark gespürt, dass wir eine globale Gemeinschaft sind. Was in einem Teil der Welt vor sich geht, kann und wird sich auf das auswirken, was auf der ganzen Welt geschieht. Globalisierung ist keine Wahl, sondern Realität. Durch «Collective Intelligence» haben wir erkannt, dass wir durch Zusammenarbeit (ohne Konkurrenz) Lösungen für eine weltweite Erholung/Genesung/Gesundung anbieten können, was enorm wirkungsvoll ist!

Denken wir einfach nur darüber nach, was wir mit einer kollektiven Kultur anfangen könnten. Vereinen wir unsere emotionale Intelligenz, um das Wohlergehen aller Menschen zu unterstützen und die Fürsorge für unseren Planeten zur Priorität zu machen. Respekt für alle Menschen, unabhängig von Geschlecht oder Rasse, und sicherstellen, dass es für alle faire Arbeitsstandards gibt.

Was Millennials und die Generation Z wirklich wollen

Scheint dies zu idealistisch? Wenn man sich die aktuellen Megatrends und das Generationsverhalten ansieht, wird sich wohl nicht viel ändern. Die große Hoffnung liegt bei den jungen Millennials und der Generation Z. Es wird gesagt, dass Letztgenannte authentischer, befähigter, selbstbewusster, realistischer und zunehmend unternehmerisch sind. Da sie zumeist auch Optimisten sind, glauben sie wirklich, dass sie Veränderungen beeinflussen können. Und sie machen Unternehmen bereits für ihr Tun und Handeln verantwortlich.

Was ist also für diese Generation wichtig? Wie will sie ihre Zeit verbringen und was bedeutet für Sie Geld und Besitz? Ihre «Must Haves» bei Produkten und Erlebnissen sind:

  1. sie müssen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben,
  2. sie müssen über eine hohe Qualität verfügen,
  3. sie müssen «gut für die Welt» sein,
  4. sie müssen eine Geschichte mit Bedeutung haben und
  5. sie müssen bequem und technologisch sein.

Drei der fünf Aspekte abzudecken, das wäre schon einmal gut. Können wir gar vier oder alle fünf Erfordernisse erfüllen, sichern wir uns mit unserem Produkt einen starken Platz auf dem Markt.

Wie werden also die Millennials und die Generation Z angesichts der zunehmenden globalen Megatrends Art und Weise verändern, wie wir die Welt denken, wie wie uns verhalten, wie wir leben und wir uns sehen? Und wie planen wir unsere künftigen Strategien für neue Produkte und Erlebnisse? – Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um neue Zukunftsvisionen zu entwickeln. Denn: Die Zukunft wird viel schneller da sein als wir denken.

* Barbara Leonard ist Chief Strategy Officer (CSO) der Michelgroup mit Niederlassungen in Zürich (Schweiz) und Ulm (Deutschland). Die Gruppe bietet strategische Beratungsdienstleistungen in der Immobilienwirtschaft in den Bereichen Architektur, Brand Design und Projektentwicklung. Ihre Ziele sind das Entwickeln zukunftsweisender Ideen, herausragender Architektur sowie unverwechselbarer und erfolgreicher Projekte.

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