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Swiss Life kauft umsatzstärkstes Schweizer Shoppingcenter

DOMBLICK-Beitrag Swiss Life kauft Einkaufszentrum Glatt von Migros MGB VÖD 20200715 (c) Glattzentrum

Die Schweizer Versicherungsgruppe Swiss Life übernimmt vom Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) das Einkaufszentrum Glatt in Wallisellen im Kanton Zürich. Die Migros-Gruppe hatte Ende Januar 2020 angekündigt, einen neuen Besitzer für eines der grössten und beliebtesten Einkaufszentren der Schweiz zu suchen.

Der Verkauf des umsatzstärksten Schweizer Einkaufszentrums ist damit innerhalb eines halben Jahres nach offizieller Bekanntgabe der Verkaufsabsichten – und anscheinend auch ungeachtet der Corona-bedingten Lockdown-Phase – glatt über die Bühne gegangen. Swiss Life als neuer Eigentümer will das Einkaufszentrum langfristig erfolgreich weiterführen. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

In Fachkreisen heisst es, Swiss Life habe einen hohen dreistelligen Franken-Betrag gezahlt. Der Zürcher «Tages-Anzeiger» schreibt über den mutmasslichen Kaufpreis «gemäss Branchenkennern um die 800 Millionen», laut Shoppingcenter-Experte Marcel Stoffel könnte demnach der gezahlte Preis sogar zwischen 850 Millionen und einer Milliarde Franken gelegen haben. Der «Blick» taxiert ohne Nennung von Quellen den Erlös für den MGB auf «zwischen 400 bis 600 Millionen».

Objektübergang per 1. Oktober 2020

Die Unterzeichnung des Kaufvertrags erfolgte am vergangenen Freitag (10. Juli 2020) am Vormittag. Swiss Life übernimmt das Einkaufszentrum Glatt im Rahmen der Tätigkeiten im Asset Management für Drittkunden. Über Swiss Life Asset Managers und deren Anlagegefässe würden nun Investoren «Zugang zu einem einmaligen Anlageobjekt» erhalten. Der wirtschaftliche Übergang erfolgt gemäss Medienmitteilung des MGB per 1. Oktober 2020.

Auf die Geschäfte der Migros-Gruppe im Einkaufszentrum habe der Verkauf keine Auswirkungen, heisst es weiter. Den Verkaufserlös will der MGB «in kundennahe Dienstleistungen investieren». Die Migros-Gruppe plant die verstärkte Profilierung im Kerngeschäft, den Ausbau des Convenience-Segments, mehr digitale Vertriebskanäle sowie das Ausweiten des Gesundheitsbereiches. Die Immobilienbewirtschaftung zählt hingegen nicht (mehr) zu den strategischen Schwerpunkten des MGB. Dies führte bis anhin das Tochterunternehmen LiB Liegenschaften-Betrieb AG, welches seine geschäftliche Tätigkeit mit dem Objektübergang einstellt.

Swiss Life ist Eigentümer des grössten privaten Immobilienportfolios der Schweiz mit über 1.300 Liegenschaften im Wert von rund 33 Milliarden Franken. «Das Glattzentrum hat neben einer attraktiven Auswahl an Shops und Marken wie auch Gastroangeboten in den letzten Jahren immer wieder innovative neue Formate entwickelt. Es gehört in der Schweiz zu den Vorreitern, was die Kombination aus Einkauf, Erlebnis und Treffpunkt betrifft. Diese Marktposition wollen wir auch in Zukunft stärken und wir sind überzeugt, dass das Glattzentrum mittel- bis langfristig ein sehr attraktives Investitionsobjekt ist», kommentiert Stefan Mächler, Anlagechef (Group CIO Chief Investment Officer) der Swiss Life AG, den Zukauf.

Livit übernimmt die Immobilienbewirtschaftung

Den Betrieb des Einkaufszentrums Glatt wie auch die Betriebsmitarbeitenden übernimmt die Swiss-Life-Tochtergesellschaft Livit AG. Ziel sei es, das Shoppingcenter gemeinsam mit dem erfolgreichen Centermanagement langfristig weiterzuentwickeln. Sämtliche Mietverträge werden vom neuen Eigentümer übernommen. Das Shoppingcenter mit einer Verkaufsfläche von 53.000 Quadratmetern generiert jährlich einen Umsatz von zuletzt knapp 600 Millionen Franken.

CBRE Schweiz war als Advisor für den MGB beratend und vermittelnd tätig. Zum Transaktionsteam dort zählten Florian Kuprecht, Sergio Günthardt, Thomas Hodel und Maurice Drechsle. Ihren Angaben zufolge handelt es sich bei dem Landmark-Deal um «eine der grössten Single-Asset-Immobilientransaktionen in der Schweiz».

Von juristischer Seite wurde der Verkäufer von der Kanzlei Bär & Karrer begleitet und unterstützt. Hier zeichnete das Team bestehend aus Corrado Rampini, Kilian Müller, Christoph Neeracher und Raphael Annasohn verantwortlich.

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