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Digital Real Estate: Ab in die Cloud (I)

Die digitalen Systeme Dritter zum Verwalten und Analysieren von Liegenschaften und Portfolios werden immer ausgefeilter. Aktuell setzen die Anbieter verstärkt auf Private-Cloud-Lösungen. Lesen Sie mehr hierüber im folgenden Fachbeitrag (Teil 1) zum Thema Digital Real Estate. Teil 2 folgt in der nächsten Woche.

«Wir bemerken einen verstärkten Bedarf an Datenerhebung, -strukturierung und -automatisierung mittels Algorithmen. Zudem beobachten wir eine steigende Notwendigkeit an fundierten Analyseinstrumenten für die Immobilienbewirtschaftung und das Management des Immobilienportfolios – ein Trend der sich künftig noch weiter verstärken dürfte.» Für Karl-Frank Meinzer, Leiter Real Estate Transformation Advisory bei EY in Zürich, macht die digitale Transformation es notwendig, dass Real Estate Manager sich mit neuen Geschäftsmodellen vertraut machen. In diesem Bereich könnten «proaktiv Chancen genutzt und in das Immobilienmanagement eingebracht werden», ist er überzeugt. «Viele unserer Kunden betrachten mittlerweile ihre Transformationsprozesse gesamthaft und versuchen, die Themenbereiche IT, HR und RE zu verbinden», berichtet Meinzer aus dem Praxisalltag.

«Ganz neue Möglichkeiten»

Das Gebot der Stunde ist die ganzheitliche Sicht auf Liegenschaftenportfolios – und dabei helfen zunehmend ausgefeiltere digitale Managementlösungen. Diese Einschätzung unterstreicht Alain Chaney von Wüest Partner: «In den letzten zwei Jahren haben sich die Möglichkeiten im Bereich des Portfolio- und Risikomanagements massiv erweitert.» Früher sei man professionell aufgestellt gewesen, wenn die eigenen Portfoliodaten einigermassen strukturiert zugänglich und über statische Reports auswertbar waren. Bestenfalls konnten damit in einem separaten System nebenher von einem Drittanbieter noch die Marktdaten analysiert werden. «Mit dem Fortschreiten der Digitalisierung stehen heute jedoch ganz neue Möglichkeiten zur Verfügung», erklärt Chaney.

Einerseits seien die Auswertungsmöglichkeiten heute «viel performanter und zugleich einfacher und intuitiver». Andererseits mutierten die statischen Reports zu dynamischen und lebendigen Dashboards, die gleichermassen der ansprechenden optischen Darstellung wie auch der Selektion und den Teilportfoliobildungen dienen. Ebenso sind Stresstests oder die Abbildung verschiedenster Szenarien für die Immobilienportefeuilles möglich. «Damit kann den interessierten Fragestellungen viel direkter und schneller auf den Grund gegangen werden», sagt Chaney.

Simon Hurst, Senior Consultant Hedonic Products beim Immobilienberatungsunternehmen IAZI, bestätigt diesen Trend: «Wir beobachten in den letzten Jahren im Bereich Portfolio-Management eine Digitalisierung sämtlicher Prozesse mit kosteneffizienten End-to-end-Lösungen.» Die Verknüpfung von IT- und Immobilien-Knowhow ermögliche beispielsweise Kooperationen über das gesamte Ökosystem Wohnen und führe mittlerweile zu «beträchtlicher Synergieabschöpfung» in diesem Bereich. Ein weiterer Fokus liege auf effizientem Reporting und detaillierten Portfolioanalysen durch den Einsatz von moderner Business Intelligence, so Hurst weiter.

Weitere cloudbasierte Angebote

«Aus unserer Sicht hat sich der Anbietermarkt für Produkte zum Immobilienportfolio-Management in den letzten ein bis zwei Jahren weiter professionalisiert und konsolidiert», erklärt Thomas Höhener, Geschäftsführer bei dem international tätigen Anbieter Immopac AG, der sich seit dem Gründungsjahr 2000 der Entwicklung von Softwarelösungen für das Real Estate Management und die Immobilienbewertung verschrieben hat. Inzwischen arbeiten gemäss Firmenangaben über 3.000 Immobilienprofis weltweit mit den Immopac-Lösungen und optimieren Immobilienwerte von über 350 Milliarden Schweizer Franken. Ab dem vierten Quartal 2019 werde das Unternehmen institutionellen Immobilieninvestoren und ihren Dienstleistern neue cloudbasierte Produkte anbieten.

Dazu zählt «immopac red» als integrierte Cloud-Plattform für das Management direkter und indirekter Immobilienanlagen sowie die Immobilienbewertung. Hinzu komme die Kollaborationsplattform «myimmopac.com», die den Investoren und Portfoliomanagern «einen digitalen Arbeitsplatz für das Content Management, den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit mit externen Partnern» zur Verfügung stellen werde, kündigt Höhener an.

IAZI setzt bei seinen Portfolio-Management-Lösungen seit jeher auf webbasierte Produkte mit Datenhaltung in der Private Cloud, sagt Simon Hurst. Das Unternehmen führe damit die kontinuierliche Entwicklung seiner Produktpalette fort. Für das Jahr 2020 habe man «gleich mehrere Neulancierungen in der Pipeline, die konsequent dem digitalen Ansatz verschrieben sind», so Hurst. […]

  • Teil 2 dieses Fachbeitrags zum Thema Digital Real Estate lesen Sie hier auf DOMBLICK in der kommenden Woche.

Dieser Beitrag erschien erstmals im Schweizer Fachmagazin IMMOBILIEN BUSINESS (Ausgabe 9/2019).

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