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«Keiner kennt und macht alle Deals alleine»

Seit dem Frühjahr 2019 ist Paulina Wingenroth Head of Research beim Immobilienberatungsunternehmen Anteon in Düsseldorf. Sie verrät im Gespräch mit der DOMBLICK-Redaktion ihre Herangehensweise in ihrer neuen Position und zeigt ihre ganz eigenen neuen Perspektiven in der Immobilienwirtschaft auf.

Paulina Wingenroth, gebürtige Polin, in Gdynia an der Ostseeküste geboren und aufgewachsen, wohnt seit nunmehr gut 35 Jahren in der Rheinmetropole Düsseldorf. Sie absolvierte 2005 erfolgreich den Magisterstudiengang in den Fächern Germanistik und Informationswissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Zu Anteon kam sie im Jahr 2013, wo sie seither die Investmentabteilung bei den Vermarktungs- und Transaktionsabwicklungen unterstützt. Der Schwerpunkt ihrer neuen Führungsarbeit im Bereich Research ist neben der Investorenrecherche und -pflege die Analyse der Entwicklung des Düsseldorfer Investmentmarktes für die vierteljährlichen Marktberichte von Anteon sowie für die halbjährlich erscheinenden Berichte des Maklerverbunds GPP German Property Partners.

Ihr oberstes Ziel: die «Schaffung von Markttransparenz», um so zu einer objektiven Markteinschätzung zu gelangen und auf deren Basis unternehmerische Entscheidungen treffen zu können, erklärt sie im Interview mit der DOMBLICK-Redaktion. Der Sprung in die Immobilienbranche geschah nach dem geisteswissenschaftlichen Studium und einer Elternzeit «eher zufällig», sagt Wingenroth. Startpunkt war eine Teilzeitstelle bei einem Fondsmanager, wo sie das Immobilienakquisitionsteam unterstützte. «Hier fing ich an, mich mit einzelnen Lagen und Standorten detaillierter zu beschäftigen sowie die ersten Kontakte zu knüpfen und die Branche kennenzulernen. Es machte mir immer mehr Spaß und weckte meinen Ehrgeiz, tiefere Branchenkenntnis zu erlangen und den Immobilienmarkt in Gänze zu verstehen.»

Ein gutes Research lebe vom Austausch, Vertrauen und der Transparenz von Informationen, so Wingenroth weiter. Wichtige Daten erhält sie von Eigentümern, Asset-Managern, Investoren, Wirtschaftsförderungen und weiteren Key-Playern der Branche, aber auch von anderen Researchern, aus Fachpublikationen oder aus der Lokalpresse. «Ich bilde bei Anteon die Schnittstelle für alle marktrelevanten Informationen und bringe sie in Form», sagt sie sportlich über sich selbst. Regelmäßige Treffen und Abstimmungen in Maklerrunden oder im GPP-Verbund runden ihre professionelle Research-Tätigkeit an. Denn: «Keiner kennt alle Deals alleine, kein Unternehmen macht alle Deals alleine.»

Dies scheint auch einer der Gründe gewesen zu sein, dass sie sich ganz bewusst entschied, einem Frauennetzwerk in der Branche beizutreten. «Ich finde es spannend zu erfahren, wie andere Frauen ihren Berufsweg gestalten, der oft kein ganz so vorgezeichneter Karriereweg ist, wie es meist bei den männlichen Kollegen der Fall ist.» Die Kommunikationsebene sei mit anderen Frauen oft eine andere, eine persönlichere, berichtet sie von den Treffen in der Rheinland-Gruppe des Vereins Frauen in der Immobilienwirtschaft. Spannend seien da auch «die regelmäßigen Besichtigungen von Projekten und außergewöhnlichen Objekten die von den ‚Immofrauen‘ organisiert werden. Alles in allem für mich persönlich stets ein Mehrwert.»

Als eines ihrer nächsten wichtigen Ziele nennt sie unter anderem die Weiterentwicklung der Anteon-Homepage, auf der in Zukunft auch die Historie des Düsseldorfer Investmentmarktes per Online-Tool abgebildet werden soll. So wolle man den Kunden Vergleichsdaten («Comparables») exklusiv und anschaulich zur Verfügung stellen. «Damit sind wir sicherlich ein Vorreiter in dieser Qualität», kündigt Wingenroth nicht ohne Ehrgeiz an.

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