Immobilien-Frauen, Digitalisierung, Konnektivität, Schweiz

«Smart City» ist kein Modewort mehr

Am 20. März 2019 trafen sich rund 70 Gäste am wipswiss-Jahresanlass, um einer prominent besetzten Podiumsdiskussion zum Thema Smart City beizuwohnen. Vier Vertreterinnen von Swiss Prime Site, der EPFL, SBB und der Stadt Zürich diskutierten engagiert verschiedene Ansatzpunkte und Erfolgsmodelle.

Unter der Leitung von Dr. Alexandra Bay, Head Group Research bei Swiss Prime Site, diskutierten Marilyne Andersen, ord. Professorin für nachhaltige Bautechnologien an der EPFL sowie Academic Director vom Smart Living Lab, Anja Riedle, Programmleiterin Smart City bei der SBB, und Anna Schindler, Direktorin Stadtentwicklung Zürich, unter anderem das Potenzial der Digitalisierung. Dieses wird beispielsweise bereits im Rahmen der im Dezember 2018 lancierten städtischen Strategie «Smart City Zürich» zugunsten der Bevölkerung, der Unternehmen und der Stadtverwaltung genutzt.

Smarte Städte profitieren aber auch von analogen Elementen, etwa einer überzeugenden Architektur und gutem Design. Zudem unterstützen wissenschaftliche Erkenntnisse zu Wohlbefinden und Verhalten von Gebäudenutzern und deren Interaktionen bei der Gestaltung von attraktiven Lebensräumen. «Eine smarte Stadt beweist Mut, bricht das Zonendenken auf und ermöglicht Freiraum für Experimente. Denkbar sind Testumgebungen, in denen fast alles erlaubt ist», fasste Moderatorin Alexandra Bay zusammen. Wie etwa auf dem Entwicklungsgebiet «Wolf Basel», welches Ambitionen als smartesten Areal der Schweiz verfolgt und schon heute etablierten Partnern und Startups Raum für Experimente zur Verfügung stellt.

Gemäss Anja Riedle wird auf dem Basler Areal Wolf noch im April das Smart City Lab initiiert, um verschiedene Akteure aus Gesellschaft, Projektentwicklung, öffentlichen Hand und Gebäudetechnik/-analyse zusammenzubringen.  «Wir wollen dort eine physische Plattform bieten, um gemeinsam ein Smart-City-Modell zu erarbeiten», so Riedle.

Für Anja Schindler steht der Smart-City-Begriff in erster Linie für die Vernetzung bezogen auf die Technik, aber auch auf die Menschen in einer Stadt. Hauptanliegen sei, mittels technologischem Fortschritt die Lebensqualität einer Stadt zu halten bzw. zu steigern. Ähnlich wie in Basel gebe es auch in Zürich alte Bahnareale, die man nun gemeinsam neu entwickeln wolle.

Marilyne Andersen sieht kommende Innovationen im Zusammenhang mit Smart-City-Konzepten vor allem bei nachhaltigen Bautechniken, der Verwendung von ressourcenschonenden Baumaterialien sowie bei der Reduzierung des Energieverbrauchs. Das Sammeln von Daten könne beispielsweise dann sinnvoll sein, wenn mit den Auswertungen dieser Informationen Gebäude planbar machen könne, sprich: die Energienachfrage vorhersagbar machen und so den Gebäudebetrieb effizienter gestalten.

Das Fazit der wipswiss-Diskussionsrunde: Der Begriff Smart City ist definitiv kein Modewort mehr. Um eine Stadt fit für die Zukunft zu halten, brauche es vor allem ein gutes Zusammenspiel und den regen Austausch zwischen Gesellschaft, Politik, (Immobilien-)Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Infrastruktur.

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