Immobilien-Männer

FIABCI: Interview mit Präsidenten (I)

Anlässlich des Kick-off Events 2019 von FIABCI-SUISSE standen FIABCI-Weltpräsident Assen Makedonov und Thomas H. Henle, Präsident des Schweizer FIABCI-Chapters, Rede und Antwort. Die Themen reichten von preisgünstigem Wohnraum für die Weltbevölkerung bis hin zur Digitalisierung der globalen Immobilienbranche.

Frage: Herr Makedonov, was sind die wichtigsten Anliegen im laufenden Jahr Ihrer Präsidentschaft?

Assen Makedonov: Unsere seit vielen Jahren bestehende Kooperation mit den United Nations (UN) und hier vor allem die Arbeit am UN-Programm Habitat III liegen mir sehr am Herzen. Hier geht es in erster Linie um die Erstellung und Bereitstellung von preisgünstigen Eigenheimen und Wohnraum. Wussten Sie, dass derzeit zwei Drittel der Weltbevölkerung ohne Mindeststandards in Hinsicht auf ihre Wohnsituation leben? Ein Drittel hiervon hat sogar überhaupt kein Dach über dem Kopf. Dies wollen und dies müssen wir ändern. Denn Prognosen sagen sogar voraus, dass im Jahr 2050 womöglich die Hälfte der Weltbevölkerung in prekären Lebensverhältnissen existieren müssen.

Thomas H. Henle: In diesem Zusammenhang ist auch die CPI Global City Initiative wichtig, bei welcher FIABCI das UN Human Settlements Programme (UN-Habitat) unterstützt. Die daraus generierten Berichte dienen den Städten als periodisches Monitoring in den Dimensionen «Produktivität/Effizienz, Infrastruktur-Entwicklung, Lebensqualität, Sozialer Ausgleich der Gesellschaft, Umwelt/Nachhaltigkeit sowie Stadtverwaltung und Gesetzgebung». Durch die Verwendung offizieller Daten aus Städten und Ländern ermöglicht der Global City Report als Auswertung des Prosperitäts-Index‘ den Vergleich zwischen Städten mit ähnlichem Wohlstandsniveau in verschiedenen Regionen. An dieser CPI-Studie nehmen aktuell rund 400 Städte auf allen Kontinenten teil.

Frage: Gibt es im Rahmen des erwähnten UN-Programms besondere Fokus-Länder und vielleicht auch Beispiele, wo bereits Abhilfe geschaffen werden konnte hinsichtlich des benötigten günstigen Wohnraums?

Makedonov: Positiv-Beispiele gibt es einerseits im kolumbianischen Bogota, wo neu 85’000 Unterkünfte geschaffen wurden und diese Zahl in den nächsten Jahren noch auf 120’000 gesteigert werden soll. Ähnliche Fortschritte lassen sich andererseits auch in Colón (Panama) feststellen. Doch die Wohnungsnot ist auch viel näher noch bei uns. Schauen Sie sich mein Heimatland Bulgarien an, und dort vor allem die Hauptstadt Sofia. Hier gibt es Probleme, weil es kein staatliches oder städtisches Programm für günstigen Wohnraum gibt.

Frage: Dennoch wird wohl derzeit auch in der bulgarischen Hauptstadt sicher munter gebaut. Gibt es hier ein Projekt, welches Sie besonders hervorheben möchten?

Makedonov: Derzeit entsteht in der Innenstadt von Sofia am Hristo Botev Boulevard und nahe dem Solnier-Markt ein neues 125 Meter hohes Gebäude. Es wird in unserer Kapitale das erste seiner Art sein mit mehr als 100 Metern Höhe. Im Mittelteil des Hochhauses in den Geschossen 8 bis 29 wird ein Marriott-Hotel eröffnen, das erste in ganz Bulgarien. In den oberen Geschossen sind zudem Wohnapartments geplant und im Sockelbau ein Business Center. Die begonnenen Bauarbeiten sollen etwa zweieinhalb Jahre benötigen und die Fertigstellung irgendwann im 2020 erfolgen.

Henle: Das ist ein gutes Exempel. Generell sind wir in unserem Verband daran interessiert Best-Practice-Beispiele zu haben, anhand derer eine Multiplikation und Übertragung in andere Länder möglich ist. Das betrifft zum einen den Bau von günstigem Wohnraum, zum anderen aber natürlich auch herausragende Leuchtturmprojekte bzw. architektonische Highlights.

Hier finden Sie Teil 2 des Interviews mit den beiden FIABCI-Präsidenten.

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