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FIABCI: Interview mit Präsidenten (II)

Anlässlich des Kick-off Events 2019 von FIABCI-SUISSE standen FIABCI-Weltpräsident Assen Makedonov und Thomas H. Henle, Präsident des Schweizer FIABCI-Chapters, Rede und Antwort. Im ersten Teil des Interviews ging es um die Themen preisgünstiger Wohnraum für die Weltbevölkerung sowie um Projekte in Bogota (Kolumbien), Colón (Panama) und Sofia (Bulgarien). Hier nun der zweite Teil des Interviews.

– TEIL 2 –

Frage: Apropos Highlights. FIABCI veranstaltet jedes Jahr einen grossen Weltkongress. Wo und wann wird das sein?

Makedonov: Wir werden uns vom 27. bis zum 31. Mai 2019 in Moskau treffen. Mehr als 1’000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden erwartet. Dort wird auch mein Nachfolger gewählt. Im Jahr darauf treffen wir uns dann in Manila, in der Hauptstadt der Philippinen, und 2021, wenn wir unser 70-Jahres-Jubiläum des Verbands feiern, wird die französische Metropole Paris Gastgeberin sein. Darauf freuen wir uns schon sehr.

Frage: Wie ist der derzeitige FIABCI-Vorstand zusammengesetzt und wie wechseln die Positionen in diesem Gremium?

Henle: Das Executive Board von FIABCI International setzt sich zusammen aus dem aktuellen Weltpräsidenten sowie dem früheren und dem kommenden Präsidenten. Hinzu kommt als vierte Person der aktuelle Vize-Präsident. Zusammen mit dem Treasurer und dem Präsidenten des Finanzkomitees kommt dann das komplette FIABCI Executive Board auf sechs Leute. Im Gegensatz zu früher haben wir nun durch die aktuelle Regelung im FIABCI-Vorstand mehr Stabilität und Kontinuität. Im erweiterten FIABCI-Board sitzen dann sogar gesamthaft 24 Personen.

Frage: Herr Makedonov, Sie sind der Einladung des Schweizer Chapters zum Jahresauftakt-Event in Neuchâtel gerne gefolgt. Wie ist Ihre Sicht vom helvetischen Immobilienmarkt?

Makedonov: Die Schweiz ist im internationalen Immobilienmarkt dank ihrer starken Währung, aber auch aufgrund ihres konservativen Immobilienansatzes gut positioniert. Sie weiss, wie man Risikobereitschaft mit Innovation in Einklang bringt. Sie zählt zwar nicht zu den Ländern, die bei der Gründung von FIABCI, der Fédération Internationale des Administrateurs de Biens Conseils Immobiliers, 1951 in Paris dabei waren. Die Teilnehmer damals kamen zunächst aus den fünf Ländern Belgien, Deutschland, Frankreich, Österreich und USA. Doch auch die Schweiz folgte schon wenig später.

Frage: Und wie ist die Situation heute im Verband?

Henle: Heute ist FIABCI in rund 70 Ländern vertreten. Wie eingangs bereits erwähnt, arbeiten wir auch eng mit den UN zusammen, und das nun auch schon seit fast 50 Jahren. Den Beobachterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen hat FIABCI seit 1971. Auf Schweizer Ebene ist FIABCI die Dachorganisation für Immobilienverbände wie den Schweizer Immobilienverband SVIT und den Schweizer Verband der Immobilienfachleute USPI. Wir vertreten und vernetzen somit diese Berufsverbände und unsere Einzelmitglieder sowohl auf schweizerischer als auch auf internationaler Ebene.

Frage: Und hier steht der persönliche Austausch im Vordergrund?

Henle: In erster Linie ermöglicht FIABCI-SUISSE Schweizer Immobilienfachleuten, sich über ihre Sprachregion hinaus zu treffen und auszutauschen. Für ein typisches Immobilien-Dienstleistungsunternehmen mit wenigen Mitarbeitern sind unsere Veranstaltungen beispielsweise die einzige Möglichkeit, Kollegen aus anderen Gegenden kennenzulernen und zu erfahren, wie diese Kollegen anderswo in der Schweiz oder auf der ganzen Welt arbeiten. Im Zeitalter der Digitalisierung gelten weiterhin unsere Grundsätze, mit denen wir auch schon vor 50 Jahren gearbeitet haben: Zeige den anderen Mitgliedern Best-Practice-Beispiele, wie etwas funktionieren kann. Dies gilt heute auch zunehmend mit der grossen Zahl an neuen Unternehmungen in der Bau- und Immobilienwirtschaft, die man gern unter dem Begriff «PropTechs» zusammenfasst.

Makedonov: PropTechs sind die nächste Revolution in unserer Branche. Das umfasst auch das weite Nutzungsfeld und Einsatzgebiet der Blockchain. Hier gilt es, neue Techniken anzunehmen und sie für den Immobilien-Alltag zu nutzen.

Henle: Ja, das sehe ich auch so, doch mit einer Ausnahme: Ob sich die Blockchain etwa bei Grundbucheinträgen und Bauregistern durchsetzt, da bin ich noch skeptisch. Hier müssen staatliche Stellen mitziehen und es müssen klare Spielregeln gelten. Geben die Staaten das Heft des Handelns aus der Hand, könnten Tür und Tor für Missbrauch geöffnet sein. Dieses Thema und viele andere zum Bereich Digitalisierung wollen wir am 11. April in Bern konkret ansprechen. Dort veranstaltet FIABCI-SUISSE erstmals einen Lunch zum Thema PropTech. Das wird sicher spannend.

Vielen Dank, Herr Makedonov und Herr Henle, für das sehr interessante Gespräch.

(Interview: Mathias Rinka)

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